Wehrle Physiotherapie

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Über 60 Jahre lang boten Anna Wehrle und später ihr Sohn Christof mit seiner Frau Claudia Therapien, allgemein unter dem Sammelnamen Physiotherapie bezeichnet, zur Behandlung verschiedenster Leiden an.
In der rollstuhlgängigen Praxis wurden auf über 400 Quadratmetern Therapien, Rehabilitation und Prophylaxe angeboten. Der Betrieb im Dorf 3 wuchs zu einer Institution in Speicher, die vielen Patientinnen und Patienten durch aktive oder passive Massnahmen zu mehr Lebensqualität verhalfen.

Vom Stangerbad zu „Sauna Bäder und Massagen“

Sr. Anna Wehrle hat 1964 in einem einfachen Behandlungszimmer ein Stangerbad und einen Behandlungstisch eingerichtet. Unter dem Namen „Physikalische Therapie“ bot sie Behandlungen zur Schmerzlinderung bei Rheuma, Neuralgien oder Durchblutungsstörungen an. Im Stangerbad werden leichte elektrische Ströme durch das Wasser geleitet. Bereits ein Jahr später wurde eine finnische Sauna anstelle einer Garage eingerichtet und 1969 erfolgte die Erweiterung mit einem russisch-türkischen Dampfbad - das erste in der Ostschweiz! Das Aussenbassin fror in kalten Wintern zu, so dass ab und zu Saunagänger sich den Weg ins kalte Nass frei pickeln musste.
1974 genügten die Einrichtungen nicht mehr. In einem grossen Umbau wurden sowohl Sauna wie auch physikalische Therapie erweitert und die nötige Infrastruktur (Wäscherei, Heizraum und Lager) wesentlich verbessert. Damit war auch ein Namenwechsel verbunden: „Sauna Bäder und Massagen“

Hausbesuch auf Ski!

Sr. Anna Wehrle erinnert sich an einen ihrer ersten Hausbesuche für eine Behandlung.

Weiterentwicklung durch neue Generation

Schon Max Wehrle achtete auf einen guten Unterhalt der Anlagen, baute 1981 unter anderem eine pionierhafte alternative Energiegewinnung mit Allwetter-Energiedach und -Fassade und schloss 1990 die Saunaanlage, an deren Stelle unter anderem ein Gymnastikraum entstand.
Am 1.1.1991 übernahmen Sohn Christof mit seiner Frau Claudia den Betrieb. Sie erneuerten und vergrösserten nach Einstellung der russisch-türkischen Sauna die Anlage der Stangerbäder: „Die drei ca. 600 l fassenden Wannen können, dank der hauseigenen Druckerhöhungsanlage (ca. 5 bar), gleichzeitig in 3 1/2 Min. gefüllt und in 70 Sek. geleert werden. Im freigewordenen oberen Bereich begann die dritte Bauphase. Dort wurden die Räume für kalte und warme Packungen, Solarium, Atemphysiotherapieraum und Büro erstellt. Anfangs Juni 91 wurde der erste Umbauteil beendet. Mit dem Ersetzen der Fangomaschine und einem Elektrogerät der Spitzenklasse wurde im Herbst 91 unsere Arbeitsqualität weiter gesteigert.“, berichtete Christof Wehrle.
In den folgenden Jahren wurden laufend Verbesserungen an den Einrichtungen und Ersatz, resp. Ergänzung der therapeutischen Apparaturen vorgenommen: Sauna mit Aussenschwimmbecken im Garten, Fahrrad-Ergometer, Infrarot-Laser zur Schmerzpunktbehandlung, Kryo-Air zur Kaltluftbehandlung, Bewegungsschiene für Knie- und Hüft- und Armpatienten, Laufband im Gymnastikraum.

Christof Wehrles erster Hausbesuch

Grosse Vielfalt an Behandlungen

Nach den Anfängen mit physikalischer Therapie und Massagen wurde auch das Behandlungsangebot laufend ausgebaut, den neuesten Erkenntnissen angepasst und um medizinische Trainingsangebote erweitert. Geräte mit pulsierenden Magnetfeldern, Vibrationstrainingsgeräte, Elektro- und Ultraschallkombinationsbehandlungen, Stosswellentherapie, Gelenksmessung, Atemtraining, …

Kompetentes Team

Team Wehrle

War Anna Wehrle noch „Einzelkämpferin“ kamen mit der Erweiterung des Therapieangebots auch weitere Fachpersonen zum Betrieb. Für alle galt eine periodische Weiterbildungs- und auch Fortbildungspflicht um sich für neue Behandlungsformen zu qualifizieren.

Physioprojekt Guinea









Christof Wehrle stellte ab 2023 regelmässig seine Kompetenz in einem Entwicklungsprojekt in Guinea zur Verfügung. Er hilft mit seiner Expertise mit, dort eine Physiotherapie vor Ort aufzubauen.

Im Gemeindeblatt Speicher hat Christof Wehrle zu diesem Projekt Auskunft gegeben. media:Gemeindeblatt Speicher 2-2026.pdf







Digitalisierung und Präsenz im Internet

1998 Aufbau einer einfachen Homepage, die schliesslich 2005 unter wehrle-physio.ch eine eigene Domain erhielt. Etwa ab 2003 erfolgte die Patientenplanung erstmals mit der Physio-Software, was zur Folge hatte, dass die ganze Administration nach und nach digital abgewickelt wurde.

Auflösung des Betriebs 2026

Nach 62 Jahren Physiotherapie Wehrle entschlossen sich Christof und Claudia Wehrle, den Betrieb zu schliessen, da sich keine Nachfolgelösung aus der eigenen Familie ergab. Drei Mitarbeiterinnen wollen jedoch im gleichen Sinne unter neuem Namen (Aspekt-Physio) das Angebot im Dorf weiterführen.
Auf der Liegenschaft ist eine Wohnüberbauung mit zwei Wohnhäusern geplant.